Tagebuch von Sabine Lichtenfels, 11. Oktober
(Fortsetzung)
Ja, es sind die Generationen, die nach uns kommen, die die Kraft haben werden, die Geschichte dieser Erde neu zu schreiben.
Es ist ein Stück, das Hoffnung macht und Glauben schenkt. Und wenn man die Kinder hört, wie sie portugiesisch sprechen, motiviert es viele Erwachsene, die Sprache vertieft weiter zu lernen. Es macht neugierig.
Am Abend gab es ein kleines Konzert in Sines. Beide Veranstaltungen waren auch von Portugiesen besucht. Einige sind extra aus Lissabon angereist.
Kiko und seine Bänd spielten mit viel schöpferischer Freude und Gestaltungkraft.
Man konnte Visionen bekommen, wie die Bewegung für eine freie Erde begleitet von Musik und Theater viele Menschen einbeziehen wird.
Wir wurden von den Kulturveranstaltern der Stadt herzlichst eingeladen, wiederzukommen.
Als wir am kommenden Morgen die ersten Kilometer durch das große Hafen- und Industriegebiet liefen, in stiller Meditation, begann mein Geist zu sprudeln. Auf einmal sah ich Bilder vor mir, wie sich die neue Zukunft entwickeln wird, wie einfach es letztendlich sein wird, dass die Menschheit von der Matrix der Zerstörung in die Matrix des Lebens und der Liebe überwechselt.
Ich konnte vor mir sehen, wie in den Herzen auf einmal eine neue Matrix und Erkenntnis greifen wird. Die Selbsterkenntnis, dass wir selbst es waren, die an den Mustern des Untergangs festhielten und immer neue Leidensfilme produzierten. Genug, genug gelitten, werden immer mehr Menschen sagen und aussteigen aus den Systemen der Gewalt. Behutsam, ohne Anklage und ohne Hass, werden sie sich auf neue Lebenssysteme besinnen.
Die vielen Singles, die vielen alleinstehenden Mütter, die zerrütteten Familien, werden auf einmal in aller Schlichtheit erkennen, dass die einem Liebessystem gefolgt sind, das nicht mehr greift. Einem System, das immer neu in Verlassenheit, angst und Rache führt und man wird sich in großer Schlichtheit auf das Lebenssystem der Gemeinschaft besinnen. Die Erkenntnis greift um sich, dass wir von tiefster Natur her Gemeinschaftswesen sind, dass wir tatsächlich einer einheitlichen Familie angehören und dass wir das, was wir anderen angetan haben, uns selbst angetan haben.
Die Entdeckung der Gemeinschaft wird sein wie die Entdeckung des Goldes. Man erkennt ihren ungeheuren Lebenswert. Und die Entdeckung der Liebe wird um sich greifen wie zu anderen Zeiten die Entdeckung der Einsteinschen Relativitätstheorie. Man wird erkennen, dass die Liebe das einzige wirkliche Überlebenssystem ist.
Schlicht und klar wird sie auferstehen in unseren Herzen mit ihrer eigenen Funktionslogik. Das große und letzte Wort wird Liebe sein.
Und Liebe ist viel mehr als ein Gefühl. Sie wird die Anteilnahme aneinander bestimmen, sie wird aber auch die Wissenschaft zu neuen Paradigmen führen. Wir werden nicht zurückgeführt zur Natur, sondern hin zu einer neuen und tiefen Erkenntnis des Wesens der Natur und ihrer hohen Bewusstseinsqualität.
Man wird nicht mehr geleitet vom Gedanken der Trennung, wie sie in Form von Sprengung, Atomspaltung, Ionenpistolen, Explosionen den wissenschaftlichen Abenteuergeist der letzten Jahrunderte geprägt hat, sondern man wird eine Technologie der Liebe, der Kooperation und Lichttechnologie entwickeln. In gewisser Weise wird wahrscheinlich tatsächlich das Sonnenzeitalter beginnen, und es wird die große Freude und Entdeckung darüber ausbrechen, dass tatsächlich genügend Energie für uns alle da ist. Wir müssen niemandem etwas wegnehmen, um glücklich zu werden. Das Konsumzeitalter wird dadurch beendet, dass wir aufeinmal entdecken, dass genügend da ist für alle.
In meinem Zellen kam während des Gehens Freude und Vorfreude auf, etwas in mir erfüllte mich mit tiefem Glauben, dass es bald vorüber sein könnte, dass wir länger in die Schmerzen der Getrenntheit und in das Angesicht einer wahnsinnig gewordenen Menschheit schauen müssen.
Vielleicht wird es erst einmal weiterhin Erdbeben geben und andere
Naturkatastrophen, bis die Erde sich genügend gereinigt hat, aber die Menschheit hat ein Sensorium entwickelt, wo sie in Kontakt ist mit den Innenvorgängen der Erde und deswegen rechtzeitig die Orte verlassen wird, wo der Untergang sich meldet, so wie ein Naturvolk bei dem Tsunami 2004 die kommende Katastrophe gespürt hat, wird man die Kräfte kommen spüren und rechtzeitig den Ort wechseln.
Beim Laufen erfüllte mjich eine Kraft der Vorfreude, die wir sicher gut brauchen können, um den noch vor uns stehenden schwierigen Herausforderungen ins Auge zu sehen.
Die Städte werden nicht verschwinden, aber neue Energiebewegungen unter Menschen werden sie mit neuen Lebenszusammenhängen füllen. Es werden
sich auch hier überschaubare Gemeinschaftsformen bilden, und langsam, aber sicher wird sie die alte Technologie der Zesrtörung auflösen und durch neue Technologien ersetzen.
Ich kam in die Stimmung, einen Roman zu schreiben.
So kamen wir nach Porto Covo und schließlich nach Milfontes. In diesem Ort, einem ehemaligen Sanktuarium, wurden wir vom Bürgermeister willkommen geheißen, während wir ein Straßenkonzert vor dem Castelho veranstalteten und unsere Informationen an Passanten weitergaben.