Grace Pilgerschaft 2010 - Hoffnung für Kolumbien
“Gewalt beenden – Modelle schaffen für den Frieden”
„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Victor Hugo
Wir sind auf einer Pilgerschaft für eine Zukunft ohne Krieg. Wir sind Friedensarbeiter aus vielen Ländern - aus Kolumbien und Brasilien, aus Europa, den USA, aus Israel-Palästina. Wir kommen nicht im Namen einer Religion oder Ideologie, sondern im Namen von GRACE, im Dienst der Versöhnung, Öffnung und Unterstützung. Wir sind Teil einer weltweiten Bewegung für eine freie Erde – sie trägt keine Fahne und gehört keiner Organisation an, aber wächst aus der internationalen Solidarität und Zusammenarbeit all jener Menschen, die heute entschlossen sind, das System der Gewalt zu verlassen und Modelle zu schaffen für eine neue Kultur des Friedens.
Durch die Ökonomie der derzeitigen Globalisierung wird die gesamte Menschheit aus ihren Ankern gerissen. Der ökologischen und militärischen Zerstörung im Äußeren entspricht ein maßloses menschliches Elend im Inneren. Menschen werden ihrer Heimat und ursprünglichen Einbettung in der Welt entrissen, die natürlichen Werte von Wahrheit, Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung zerstört. Durch die Zerstörung der Gemeinschaft entstand weltweit eine tiefe Wunde in der menschlichen Zivilisation. Daraus ergeben sich die Kriege unserer Zeit wie in Kolumbien, die mit einer epidemieartigen Raserei des Tötens und des Vernichtens betrieben werden.
Wir können die Globalisierung der Gewalt nicht mehr nur durch moralische Appelle oder politische Proteste überwinden. Wir brauchen Orte, an denen die Urwunde der Menschheit modellhaft geheilt wird und Lebenssysteme entstehen, die sich auf neuer Ebene wieder verbinden mit den ursprünglichen Werten und der universellen Quelle menschlicher Gemeinschaft.
Ein solcher Ort ist das Friedensforschungszentrum Tamera in Portugal. Hier verbinden sich soziale, ökologische und technologische Forschung zu einer konkreten Vision zukünftigen Lebens. Um die Ergebnisse dieser Forschung in die Welt zu tragen und mit anderen Initiativen zu verbinden, wurde der „Globale Campus“ ins Leben gerufen, eine Art Weltuniversität mit Stützpunkten auf allen Kontinenten, in denen die Grundlagen einer weltweiten Friedenskultur erforscht, gelernt und angewandt werden. Ein solcher Stützpunkt könnte auch in Kolumbien entstehen. Seit Jahren arbeitet Tamera zusammen mit der Friedensgemeinde San José der Apartadó am Aufbau des Globalen Campus.
San José ist eine ländliche Gemeinde von 1500 Menschen im Norden Kolumbiens (Urabá), die sehr stark bedroht ist. Deswegen möchten wir mit der diesjährigen Pilgerschaft ein Zeichen der Solidarität mit der Friedensgemeinde San José setzen. Vor 13 Jahren haben sie sich zusammengeschlossen, um eine Alternative des Friedens zu erschaffen. Sie arbeiten seitdem mit keiner der bewaffneten Gruppen zusammen, sie dulden keine Waffen und sind in einer unerschütterlichen Friedensethik miteinander verbunden. Doch die Friedensgemeinde ist massiver Verfolgung ausgesetzt: Sie haben in den letzten 13 Jahren fast 200 Mitglieder verloren, ermordet durch Militär, Paramilitär und Guerilla. Man unterstellt ihnen in den Medien die Zusammenarbeit mit den Guerillas und beschuldigt sie, Terroristen zu sein. Im internationalen Ausland dagegen schätzt man ihr Engagement. Sie wurden 2007 mit den Aachener Friedenspreis ausgezeichnet und für den Friedensnobelpreis nominiert. Viele von uns Internationalen, die wir teilnehmen an dieser Pilgerschaft, haben San José schon mehrfach besucht. Wir wissen aus jahrelanger Zusammenarbeit, dass die Verleumdungen grundlos sind. Kolumbien sollte stolz sein auf eine solche mutige und international bekannte Initiative. Inzwischen ist die Friedensgemeinschaft zu einem Hoffnungsträger für die vielen unterdrückten und bedrohten Kräfte des Landes geworden – und darüber hinaus.
Die Kraft der Gemeinschaft, die wir in San José gesehen und erfahren haben, ist nicht nur eine Antwort auf die Situation in den unterdrückten Ländern. Sie betrifft uns alle, denn wir alle haben es verlernt, was es heißt, in Gemeinschaft, Solidarität und Nächstenliebe zu leben. Neben der offenen Gewalt in den Kriegsgebieten der Erde gibt es das oft versteckte menschliche Elend in den Wohlstandsgesellschaften, die alle von der Ausbeutung und Unterdrückung der armen Länder leben. Wir alle sind herausgefordert, die Kraft der Gemeinschaft als globale Quelle der Heilung in ihrem Wesen wieder zu verstehen und anzunehmen.
In ganz Lateinamerika keimen heute die Kräfte einer tiefgreifenden Veränderung: Der Aufbau von Modellen für den Frieden könnte nun im ganzen Kontinent zur Quelle einer kraftvollen gewaltfreien Revolution werden, einer Revolution in der es keine Verlierer mehr gibt.
Wir laden euch ein: Helft mit, daß solche Modelle bekannt werden und so den Schutz erhalten, den sie brauchen. Helft mit, dass die Wahrheit über San José bekannt wird. Helft mit, Menschenleben zu retten. Am 9. November schließen wir uns zusammen zu dem „Global Grace Day“. An diesem Tag werden sich weltweit Menschen in Solidarität mit dieser keimenden Bewegung in Südamerika zusammenschließen. Wir laden euch ein teilzunehmen am 9. November. Wir danken allen, die sich beteiligen.
Hinter allem Schmerz leuchtet immer noch die Heilige Matrix, die universelle Ordnung der Liebe und der Einheit aller Wesen. Das Ziel unserer Arbeit besteht darin, uns weltweit mit den Kräften der Heiligen Matrix zu verbinden und eine neue menschliche Zivilisation zu ermöglichen. Möge Gottes Segen über unserer gemeinsamen Arbeit liegen!
Im Namen unserer Kinder und im Namen aller Kreatur!
Grace – Bewegung für eine freie Erde
Über die Grace Pilgerschaft
Die diesjährige Grace Pilgerschaft ist ein gemeinsames Projekt der GRACE Stiftung der Friedensgemeinschaft San José de Apartadó und des Friedens-Forschungs-Dorfs e.V. Sie wird von Sabine Lichtenfels und Padre Javier Giraldo geleitet werden.
Unter dem Motto „Gewalt beenden, Modelle schaffen für den Frieden“ wird die Pilgerschaft internationale Aufmerksamkeit, Präsenz und Schutz für die gegenwärtige Situation der Friedensgemeinschaft San José de Apartadó und andere Friedensgemeinschaften in Kolumbien schaffen, die ihr Leben dem Frieden widmen. Jede Person, die an dieser Pilgerschaft teilnimmt, setzt sich dafür ein, dass die Gewalt und die Verletzung der Menschenrechte in Südamerika in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden; gemeinsam können wir einen Beitrag leisten zu deren Beendigung.
Die Pilgerschaft wird sich um und durch Bogotá, die Hauptstadt Kolumbiens, bewegen. Wir werden uns in spiritueller Lebenspraxis üben und gemeinsam mit der Friedensgemeinde Präsentationen über ihre Arbeit und über den Globalen Campus in Universitäten durchführen. Wir werden hierzu bald weitere Informationen veröffentlichen.
Die Leiter
Sabine Lichtenfels, Leiterin der Grace Pilgerschaften, ist die Gründerin der Grace Stiftung und Autorin vieler Bücher. In der Schweizer Initiative „1000 Frauen für den Frieden“, die im Jahr 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, war sie eine der für Portugal gewählten Frauen. Sie ist Gründungsmitglied des internationalen Friedensforschungsprojekts Tamera. Einen großen Teil ihrer Zeit verbringt sie damit, in der Welt unterwegs zu sein und ihren Rat und ihr Wissen in allen Aspekten des Aufbaus von friedlichen Lebensmodellen weiterzugeben. Damit ist sie führend am Aufbau des Globalen Campus beteiligt.
Padre Javier Giraldo ist Jesuitenpater, Soziologe, Menschenrechtsaktivist und Gründer der kirchenübergreifenden Rechts- und Friedenskommission. Er setzt sich für Gemeinden in den gewalttätigsten Regionen Kolumbiens ein, hilft ihnen in Rechtsangelegenheiten und erhebt seine Stimme für sie, wenn sie falschen Anschuldigungen ausgesetzt sind.
Darüber hinaus führt er die Datenbank für Menschenrechte und politische Gewalt des Zentrums für Völkerforschung und Ausbildung (CINEP). Ihm wurde der Humphrey-Preis für Menschenrechte verliehen.
Teilnahme
Ein wichtiges Element im Aufbau von Friedensmodellen ist unsere Einstellung zum Geld und dessen Einsatz. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem dient als Stütze für die Aufrechterhaltung eines Systems der Gewalt, das die Erde und Millionen ihrer Bewohner zerstört hat und noch zerstört. Die extreme Konfliktsituation in Kolumbien ist nur ein Beispiel für dieses System.
Unter diesem Gesichtspunkt bedeutet „Humanisierung des Geldes“, dass Investitionen nicht länger auf schnellen Profiten basieren dürfen, sondern in den Aufbau umfassender, nachhaltiger und komplexer Modelle investiert werden, die die Wahrheit, die Würde und den Respekt für alles Lebendige schützen.
Sabine Lichtenfels schreibt:
„Humanisierung des Geldes bedeutet auch, dass wir wieder lernen, um Geld zu bitten und Geld zu verschenken. Jesus hat gesagt: "Bittet, so wird euch gegeben. Klopfet an, so wird euch aufgetan." Es liegt an uns, zu lernen, um etwas zu bitten, und gleichzeitig zu lernen, weiter zu verschenken. In diesem Sinne bitten wir für die Teilnahme an der Pilgerreise 2010 um eine Spende von 1000 Euro an die Grace-Stiftung. Alle, die mit uns pilgern wollen, sind aufgerufen, sich an diesem Experiment zu beteiligen. Ladet das Geld ein, zu euch zu kommen. Macht Kontakt mit den Menschen, die Geld haben, und gebt ihnen die Möglichkeit, gerne zu schenken. Bittet darum, dass man euch das Geld schenkt, das ihr für die Teilnahme an der Pilgerschaft braucht.
Natürlich könnt ihr euch das Geld auch verdienen. Aber vielleicht verschenkt ihr das, was ihr verdient habt, an jemanden, der mitpilgern möchte, und überlegt, wen ihr bitten könntet, euch die Teilnahme zu schenken. Es ist eine wunderbare Übung, um Geld zu bitten, und es ist ein wunderbares Geschenk, verschenken zu können.
Laßt uns gemeinsam schöpferisch werden, um den Geldfluss in Friedensprojekte zu verstärken!
Laßt uns gemeinsam die Fülle und den Reichtum dorthin bringen, wo er gebraucht wird: in den Aufbau von Friedensmodellen weltweit. Die Spenden an die Grace-Stiftung werden verwendet zur Organisation der Pilgerreise und für den weiteren Aufbau des Globalen Campus.“
Bankkonten der Grace-Stiftung:
Für Spenden in Schweizer Franken:
Grace - Stiftung zur Humanisierung des Geldes, 8037 Zürich
Raiffeisenbank Zürich
Kto.Nr.: 92188.56
IBAN: CH6181487000009218856
BIC: RAIFCH22
Clearing 81487
(PC-Konto der Bank: 87-71996-7)
Für Spenden in Euro:
Grace - Stiftung zur Humanisierung des Geldes, 8037 Zürich
Raiffeisenbank Zürich
Kto.Nr.: 92188.69
IBAN: CH9881487000009218869
BIC: RAIFCH22
Clearing 81487
(PC-Konto der Bank: 87-71996-7)
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SWIFT: GENODEM1GLS
or send cheques to:
Friedens-Forschungs-Dorf e.V
Schlüterstr. 45
10707 Berlin
Stichwort:
Pilgerschaft Grace 2010 – ….... (Name des Teilnehmers)
Spendenquittungen werden automatisch am Jahresende verschickt.