Das Friedensdorf San José de Apartadó
Das Friedensdorf liegt in Urabá (Antioquia) im Grenzgebiet zu Panama. Das Land ist fruchtbar, landwirtschaftlich wertvoll (Bananen, Kakao) und reich an Bodenschätzen (Öl, Erze, Kohle, Gold); es ist durch seine geographische Lage strategisch wichtig für die Verkehrswege zwischen Nord- und Südamerika (interozeanischer Kanal und Panamericana-Straße).
Wegen seines Reichtums und seiner strategischen Lage ist Antioquia seit 40 Jahren in einem blutigen Konflikt zwischen Militärs, Polizeigruppen, Paramilitärs und Guerilla umkämpft. Opfer ist die von den bewaffneten Gruppierungen terrorisierte Zivilbevölkerung.
Die Kriegsparteien betreiben eine „Politik der verbrannten Erde“ und versuchen, das umkämpfte Gebiet unbewohnbar zu machen. Die wehrlosen Bauern des Kampfgebietes werden von allen Seiten der Kollaboration mit der jeweils anderen Seite bezichtigt und für vogelfrei erklärt.
In Kolumbien existieren heute zahlreiche Friedensinitiativen, darunter 20 Friedensgemeinden mit etwa 12.000 Einwohnern in Kriegsgebieten. Sie sind aus der Spirale des Tötens ausgestiegen und wurden dabei selbst zu Zielen der Todesschwadronen der verschiedenen bewaffneten Konfliktparteien. Sie alle leben in Kampfzonen im permanenten Ausnahmezustand. Am akutesten von „Austilgung“ bedroht ist das Friedensdorf San José de Apartadó.
Das Friedensdorf San José de Apartadó ist eine ländliche Gemeinde von ca. 1500 Menschen und wurde 1997 gegründet. Sie gehören keiner Organisation an, tragen keine Waffen und sind durch eine unerschütterliche Friedensethik miteinander verbunden. Aber sie stehen den Globalisierungsplänen von Regierung und
Konzernen im Weg, deshalb geht der Staat brutal gegen sie vor. Sie haben in den letzten 13 Jahren fast 200 Mitglieder verloren, ermordet durch Militär, Paramilitärs und Guerilla.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau des Globalen Campus begann im Jahr 2005 eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen dem Friedensdorf San José de Apartadó und dem Friedensforschungsprojekt Tamera in Portugal.
Der Globale Campus ist eine weltweite Ausbildungsinitiative für den Aufbau von konkreten, friedlichen Lebensmodellen.
In den Ausbildungszentren in Kolumbien (San José), Palästina (The Holy Land Trust) und Portugal (Tamera) können sich Friedensarbeiter in den Themen Aufbau von sozialen und gemeinschaftlichen Strukturen, Ökologie, Wassermanagement und erneuerbare Energietechnologien ausbilden.
Bis heute haben im Rahmen des Globalen Campus zwei Veranstaltungen im Friedensdorf San José de Apartadó stattgefunden.
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